Existenzanalyse - Psychotherapie – Supervision – Coaching – Wien
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Borderline

Sehr starke Emotionen von Geburt an

Bei Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung besteht eine Veranlagung zu sehr starken Emotionen - vermutlich bereits von Geburt an. Die betroffenen Personen erleben negative Gefühle wie Traurigkeit, Angst, Schuld, Scham, Ärger und Eifersucht (aber auch positive Gefühle wie Stolz, Freude, Liebe) sehr viel stärker als es die meisten anderen Menschen.

Starke Gefühle sind grundsätzlich nichts Negatives. Vor allem starke positive Gefühle geben BPS-PatientInnen unvergleichliche Hochs und intensive Beziehungen. Leider sind diese Hochs immer viel zu kurz, die Kehrseite der Medaille ist umso belastender: Massive Traurigkeit, Panik, Ärger und Hass, Schuld- und Schamgefühle belasten die Betroffenen und ihr Umfeld. Sie fühlen sich ihren Emotionen häufig hilflos ausgeliefert.

Starke Gefühle sind für jeden Menschen nur zum Teil kontrollierbar. Wir alle kennen Situationen, in denen die Gefühle mit uns durchgegangen sind. Viel schwieriger noch ist die Situation für Kinder, die mit dieser starken Emotionalität geboren wurden. Sie erleben immer wieder äußerst heftige Gefühle, die sie nicht verstehen können. Die starke angeborene Emotionalität bringt es damit gleichzeitig mit sich, dass BPS-PatientInnen immer schon größere Schwierigkeiten hatten und haben, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.

 

Die anderen verstehen diese starken Gefühle nicht - "invalidierende Umwelt"

Wie lernt ein Kind Kontrolle über seine Gefühle? Wie lernt ein Kind überhaupt, was Angst ist, oder Traurigkeit, oder Ärger? In der Regel sind es die Eltern, die ihren Kindern sagen, welche Emotionen sie gerade erleben. Wenn ein Kind sich vor einem Fremden fürchtet, teilen ihm die Eltern mit, dass es keine Angst zu haben braucht, beruhigen es, indem sie den Abstand zur Person vergrößern oder das Kind hochnehmen, um ihm Sicherheit zu vermitteln. Sie geben dem Kind Zeit, um sich an die Situation zu gewöhnen und die Angst langsam zu verlieren und vieles mehr.

Wenn Eltern die Gefühle ihrer Kinder einordnen können, teilen sie ihren Kindern damit mit: "Ich verstehe, warum du ängstlich/ärgerlich/traurig bist. Das ist nicht verwunderlich, sondern ganz normal." Sie erklären die Gefühle ihrer Kinder für gültig, sie "validieren" sie.

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder im Umgang mit Gefühlen. Allerdings gibt es Familiensituationen, in denen die Eltern aus unterschiedlichen Gründen nicht angemessen auf die kindlichen Gefühle eingehen können und mit Unverständnis und Entwertung reagieren.

Diese Unverständnis den kindlichen (und später den erwachsenen) Gefühlen gegenüber wird als "invalidierende Umwelt" bezeichnet.

Beispiele für invalidierende Rückmeldungen an die Kinder (und später auch an die Erwachsenen) gibt es viele:

 

· "Reiss dich zusammen!"

· "Wage es ja nicht zu weinen!"

· "Du bist hysterisch!"

· "Du bist ein Dummkopf!"

 

"Wenn du dich so benimmst, habe ich dich nicht lieb!"

Reaktionen dieser Art passieren in fast jeder Familie. Wenn jedoch Kinder eine sehr starke emotionale Verletzlichkeit besitzen, deshalb häufig Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu regulieren, und dann auch noch sehr häufig Unverständnis für ihre Reaktionen ernten, kann dies nachhaltige Konsequenzen haben (siehe die folgende Abbildung).

 

Menschen mit diesen Schwierigkeiten sind in ihrem Verhalten häufig impulsiv und wechselhaft, sie haben häufig Schwierigkeiten in ihren Beziehungen und erleben auch sich selbst je nach Stimmung sehr unterschiedlich (d.h. sie haben ein instabiles Selbstbild: einmal fühlen sie sich gut und wertvoll, 10 Minuten später betrachten sie sich voller Abscheu und Verachtung).

 

Traumatische Erfahrungen

Einige der schlimmsten invalidierenden Erfahrungen, die Kinder machen können, sind traumatische Erfahrungen wie körperliche Misshandlung oder sexueller Missbrauch. Wenn Eltern ihre Kinder immer wieder schlagen, völlig unberechenbar und ungerecht schwer bestrafen, wenn ein Elternteil oder ein Angehöriger das Kind sexuell missbraucht, dann teilen diese Erfahrungen dem Kind so deutlich wie nur möglich mit: "Es interessiert mich nicht, was du dabei empfindest, du tust, was ich dir sage!".

Aber auch schwere Verlusterlebnisse wie der Tod eines geliebten Elternteils und fehlende emotionale Unterstützung in dieser Zeit sind Beispiele für schwer belastende Erlebnisse von Personen mit BPS. Wenn etwa eine Mutter sich ohne einen für das Kind nachvollziehbaren Grund von ihm trennt (z.B. Scheidung und Beginn einer neuen Beziehung, wobei Geschwister "aufgeteilt" werden), kann dies neben dem starken seelischen Schmerz zu einer großen Verunsicherung führen, was ich denn als Kind falsch gemacht habe, wenn ich von der Mutter getrennt werde. Bin ich ein schlechter Mensch oder böse und habe diese Behandlung verdient? Leider suchen Kinder meistens die Schuld bei sich selbst.

Nicht alle, aber viele Personen mit BPS erlebten während ihres Lebens traumatische Erfahrungen. Oft treten diese sehr belastenden Erlebnisse sogar wiederholt auf (z.B. mehrfache Vergewaltigung bzw. Missbrauch, bis zu 75%). Sie sind ein weiterer bedeutsamer Baustein zu einem äußerst negativen Selbstbild der Betroffenen.

Diese und ähnliche Erfahrungen großer Hilflosigkeit und Machtlosigkeit angesichts sehr negativer Erlebnisse, die man nicht verhindern oder beeinflussen konnte, bleibt traumatisierten Personen oft nur das "psychische Abschalten", sich in sich zurückzuziehen und sich emotional völlig zu distanzieren. Besonders bei Personen, die an BPS leiden, können diese tranceartigen "dissoziativen" Zustände häufig auftreten. Sie sind an sich ein sehr effektiver Schutzmechanismus (wie etwa Bewusstlosigkeit bei unterträglichen Schmerzen) werden aber manchmal als unangenehm und bedrohlich wahrgenommen, wenn sie zu lange dauern.

 

Folgen starker Emotionalität in einer invalidierenden Umwelt

Personen mit BPS leiden also seit ihrer Kindheit an sehr starken Emotionen, die sie nur schwer regulieren können. Das Umfeld reagiert häufig verständnislos und macht die ohnehin schwierige Aufgabe dieser Kinder noch komplizierter. Welche Folgen resultieren bei den Betroffenen aus dieser oft jahrelangen Belastung? Sie befinden sich häufig in einem Dilemma, das sie zwischen zwei Extremen hin und her schwanken lassen:

 

Schwarz-weiß-Malerei

Gewalt bis zur Vernichtung - Verherrlichung              .

Distanz - Nähe

     Hass - Liebe

 

Glaube ich meinen Gefühlen oder den anderen?

Wenn BPS-PatientInnen starke negative Gefühle erleben, haben sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Entweder sie glauben ihren eigenen Gefühlen und müssen akzeptieren, dass ihr Leben, ihre Partnerschaft, ihre Beziehung zu den Eltern oder Freunden etc. alles andere als gut ist. Sie empfinden möglicherweise tiefe Traurigkeit und Zorn über das Verhalten ihrer Eltern oder anderer Personen, denen sie vertraut hatten. Ihre Schwierigkeiten in der Gefühlskontrolle zeigen sich dann in Zornausbrüchen oder tiefen Depressionen.

Oder sie glauben den Aussagen ihres Umfelds (also dem Partner, den Eltern, Freunden und Bekannten), das ihnen immer wieder mitgeteilt hat, ihre Gefühle wären nicht angemessen, hysterisch, übertrieben, falsch. In diesem Fall empfinden sie häufig Schuld- und Schamgefühle, Selbsthass und Abscheu der eigenen Person gegenüber. Sie möchten sich unbedingt ändern und vermitteln sich selbst und andern eine (unrealistisch) große Entschlossenheit und Sicherheit, sich auch verändern zu können.

Auf jeden Fall entsteht eine große Verunsicherung, ob den eigenen Gefühlen getraut werden kann.

Von dem her lassen sich klare Ziele für eine erfolgreiche Psychotherapie ableiten:

· Festigung und emotionale Stabilisierung

· Aufbau von Selbstvertrauen (wo kann den eigenen Gefühlen und der eigenen Intuition getraut werden)

· Erkennen von situativen Bewältigungsstrategien (= Copingstrategien), wie z. B. Hass, Wut, Ärger, Zorn, Dissoziation…

· Aufbau des Selbstwerts und Prozess zur Selbstwerdung (innere Freiheit)

 

Selbstschädigende Verhaltensweisen lenken kurz von negativen Gefühlen ab

Besonders drastische Folgen einer BPS können massiv selbstschädigende und selbstverletzende Verhaltensweisen, Selbstmordandeutungen, -drohungen und -versuche sein. Auch vollzogener Selbstmord ist bei den betroffenen Personen erschreckend häufig (8-10%).

 

Personen, die sich selbst schädigenden oder selbst verletzen, leiden extrem unter ihren negativen Gefühlen und dem Unverständnis ihrer Umgebung. Die empfundene Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Selbstverlorenheit, so wie der dringende Wunsch, Unterstützung und Hilfe von den Angehörigen zu bekommen, veranlassen manche der Betroffenen (auch wiederholt), durch Selbstmordandeutungen, -drohungen oder sogar Selbstmordversuche Bezugspersonen zum Handeln zu bringen. Dies passiert dann in der Regel auch, die Angehörigen sind jedoch auf Dauer überfordert und reagieren im Laufe der Zeit immer abgestumpfter, manchmal sogar aggressiv, was die Lage aber nur verschärft. Eine wichtige Funktion von Selbstverletzungen ist damit die Mitteilung an andere: Ich leide furchtbar, ich brauche ganz dringend Hilfe.

 

Selbstschädigendes Verhalten, wie z. B.massiver Alkohol-/Drogen-/Medikamentenmissbrauch, kann zwar für eine gewisse Zeit eine gewisse Ablenkung oder Betäubung vom psychischen Schmerz bewirken führt aber häufig zu Sucht.

Eine wichtige Funktion von Selbstverletzungen kann auch sein, die betroffenen Personen von ihren negativen Gefühlen für eine kurze Zeit abzulenken. So leiden BPS-PatientInnen unter Umständen an unerträglichen Gefühlen der Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Eine Schnittwunde kann für eine gewisse Zeit als wirksame Ablenkung empfunden werden. Der Schmerz oder die Reaktionen der Angehörigen helfen, von dem psychischen Leid etwas Abstand zu bekommen. "Blut tut gut" ist eine häufige Feststellung von BPS-PatientInnen. Sobald sie die selbst zugefügte Wunde bluten sehen, geht es ihnen besser. Auf diese Weise werden kurzfristig nicht nur negative Gefühle wie starke Traurigkeit oder Schuld wirksam beendet; sondern auch "dissoziative Zustände", wie ein lang andauerndes Gefühl der Unwirklichkeit bzw. der Gefühlslosigkeit können durch Selbstverletzungen etwas kontrollierbarer werden.

Wenn auch Selbstverletzungen für kurze Zeit helfen können, mit sehr starken Gefühlen zurecht zu kommen, sind die gesundheitlichen Folgen häufig sehr schlimm. Langfristig sind damit die Folgen klar negativ. Die kurzfristig positiven Folgen von Selbstverletzungen führen jedoch dazu, dass sich Personen mit BPS von ihren selbstverletzenden Verhaltensweisen nur schwer "trennen können".

(vgl. Mitmansgruber, H., dialektische Verhaltenstherapie)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mag. Günther Scharf

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